Jüfferken

von Halstenbeck

Wer genau hinschaut, der kann das „Jüfferken von Halstenbeck“  in einem weißen wallenden Brautkleid durch die Beverwiesen wandeln sehen und ihr Wehklagen vernehmen.

Der Sage nach handelt es sich hierbei um die Tochter des letzten Ritters von Burg Halstenbeck, der als Dienstmann des Grafen von Tecklenburg im Kampf gegen den Bischof von Münster zu Tode kam. Während des gleichen Kampfes verschwand auch der Verlobte des jungen Fräuleins von Halstenbeck. Seither sucht sie ihren Geliebten vergeblich in den Beverwiesen.

Doch keine Angst, das Fräulein tut niemanden etwas zu leide. Wer ihr wohl gesonnen ist und ihr bei ihrer Suche hilft, wird reich belohnt. Wer ihr jedoch die Hilfe verweigert, wird bestraft.

So erzählt man sich, dass sie einmal einem vorwitzigen Jungen, der sie mit Steinen beworfen hatte, durch ihren Blick erstarren ließ, so dass er sich nicht mehr bewegen konnte. Erst nach einiger Zeit erbarmte sich das Jüfferken mit den Worten: „Wenn Du nicht noch Kinderschuhe trügst, dann würde Dir Schlimmes geschehen. Jetzt geh nach Hause.“ Und ehe es sich der Junge versah, flog er wie von Geisterhand getragen durch die Luft und landete wohlbehalten auf der elterlichen Tenne.

Eine andere Geschichte wiederum berichtet davon, dass sie einst einem jungen Paar zur Ehe verhalf. Ein Kötterjunge, der als Knecht auf einem großen Hof diente, war in die Tochter des Hauses verliebt. Der Vater der jungen Frau indes war gegen diese unstandesgemäße Verbindung. Doch dem Jüfferken gelang es, dem Hofbauern die Zustimmung zur Heirat abzuringen, indem sie ihn vor einem wild gewordenen Eber rettete. Das Paar soll sehr glücklich geworden sein.

 

frei nach den BEVERSAGEN von Eugen Kotte

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